geschichte

Die Geschichte der Zivilschutzanlage Sonnenberg  im Überblick

Daten
Bauzeit: 1970-1976
Eröffnung: 26. Oktober 1976
Betriebszeit: 1976-2002
Räumung: seit 2003
Rückbau: Oktober 2006 bis Mai 2008

Entstehung eines Riesenbunkers: Kalter Krieg und Atomangst / 1971-1976
Um das Platzdefizit an Schutzräumen für die Einwohnerinnen und Einwohner Luzerns abbauen zu können, wird mit dem Ausbau der Nationalstrasse N2 in den Jahren 1971 bis 1976 im Sonnenbergtunnel gleichzeitig für rund 40 Millionen Baukosten ein öffentlicher Schutzraum für 20’000 Personen erstellt. Dazu werden die beiden Tunnelröhren so ausgebaut, dass sie im Ernstfall je 10’000 Personen einen Schutzplatz bieten könnten. Die zusätzlich erstellte, siebenstöckige Kaverne über den Tunnelröhren beherbergt einen Kommandoposten, ein Notspital mit zwei Operationssälen, ein Radiostudio sowie weitere Mehrzweck- und Nebenräume.

Übung Ameise und Lazarus / 1987
Einerseits sollen mit der Übung Lazarus die Abläufe im Notspital geprobt werden, andererseits wird mit der Übung Ameise die technische Tauglichkeit der Anlage und das Einrichten der Autobahntunnels im Ernstfall geübt. Insbesondere der Materialtransport (Liegebetten, Sanitätsposten, Toilettenanlagen etc.) von der Kaverne in die Tunnels und das Schliessen der Panzertore an den vier Tunnelenden verlaufen nicht nach Wunsch. Im Anschluss an die Übungen wird die Kapazität der Zivilschutzanlage auf 17’000 Schutzraumplätze reduziert. Die beiden Übungen finden grosses nationales und internationales Medienecho.

Aktionstage: 20’000 in den Berg / Herbst 2006
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums finden im Herbst 2006 die Aktionstage: 20’000 in den Berg in der Zivilschutzanlage Sonnenberg unter der Leitung von Dr. Jürg Stadelmann, Büro für Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen GmbH, statt. Bereits beim Auftaktevent in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2006 lassen sich rund 1’500 Interessierte mit VBL-Bussen in den gesperrten Autobahntunnel führen. Die Besichtigung der Panzertore, des Umgehungsstollens und der Dieselmotore sind ein einmaliges Erlebnis. An den Führungen durch die Kaverne und den Rahmenanlässen vom 8. September – 2. Oktober 2006 nehmen weitere 6’000 Personen teil.

Redimensionierung auf 2’000 Schutzplätze / 2006 – 2008
Der Grosse Stadtrat von Luzern beschliesst am 30. Oktober 2002 die bestehenden Anlagen umzubauen. Künftig soll nur noch die siebenstöckige Kaverne als Schutzraum für 2’000 Einwohner bereit stehen. Die Autobahntunnels werden im Ernstfall also nicht mehr zum Schutzraum umfunktioniert. Die Redimensionierungsarbeiten starten im Oktober 2006 direkt im Anschluss an die Aktionstage und sollten im Mai 2008 abgeschlossen sein.

Das Projekt unterirdisch überleben entsteht
Der grosse Publikumserfolg der Aktionstage im Herbst 2006 und das Wissen um die Bedeutung der Zivilschutzanlage als spektakulärer und einzigartiger Zeitzeuge des Kalten Krieges veranlasst die Kantonale Denkmalpflege Luzern (Dr. Georg Carlen), der Historikerin und Mitarbeiterin der Aktionstage, Andrea Huwyler-Bachmann, den Auftrag zur Sicherung der aus historischer und denkmalpflegerischen Sicht interessanten Objekte und Räume in der Zivilschutzanlage Sonnenberg. Zudem soll der breiten Bevölkerung und den Schulen weiterhin die Möglichkeit zum geführten Rundgang durch den Bunker geboten werden. Mit zusätzlicher Unterstützung der Stadt Luzern soll das Projekt unterirdisch überleben im Sommer 2008 starten.

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